Über mich
Manche Wege beginnen nicht dort, wo wir es erwarten.




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Wenn du dich gerufen fühlst:
Schreib mir einfach. Ich höre dich.
Als Kind glaubte ich lange, dass ich einfach empfindlicher war als andere.
Ich nahm Stimmungen wahr, bevor jemand ein Wort sagte.
Ich verbrachte Stunden draußen in der Natur, schrieb Geschichten, beobachtete Tiere und stellte Fragen, auf die es oft keine einfachen Antworten gab.
Damals wusste ich noch nicht, dass genau diese Fragen mich eines Tages zu meinem Lebensweg führen würden.
Denn mein Weg verlief nicht geradlinig.
Er führte mich durch Zweifel, durch Krankheit, durch Zeiten des Funktionierens, durch Verluste und immer wieder an den Punkt, an dem ich glaubte, mich selbst verloren zu haben.
Heute weiß ich:
Ich habe mich nie verloren. Ich war auf dem Weg nach Hause.
Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, erkenne ich keinen geraden Weg. Ich sehe keinen Plan, der sich Schritt für Schritt erfüllt hat, und auch keine Geschichte, die sich ohne Umwege erzählen ließe.
Vielmehr sehe ich einen schmalen Pfad, der sich immer wieder zwischen Lichtungen verlor, durch dichte Wälder führte und an Orte brachte, an denen ich glaubte, nie wieder herauszufinden.
Damals hätte ich vieles anders genannt. Krise. Zweifel. Verlust. Erschöpfung.
Heute nenne ich es den Weg nach Hause.
Denn jeder dieser Abschnitte hat mich nicht von mir entfernt, sondern näher zu der Frau geführt, die ich heute sein darf. Nicht, weil ich Antworten gefunden hätte, die für alle Menschen gelten, sondern weil ich begonnen habe zu verstehen, dass die wichtigsten Antworten niemals im Außen auf uns warten.
Sie liegen oft dort verborgen, wo wir zuletzt suchen, unter all den Erwartungen, Ängsten und Geschichten, die wir im Laufe unseres Lebens über uns selbst gesammelt haben.
Vielleicht berührt mich deshalb die Natur seit meiner Kindheit so tief. Zwischen Bäumen, auf moosbedeckten Wegen oder mit den Händen in der Erde hatte ich nie das Gefühl, etwas darstellen zu müssen. Die Natur verlangt nichts von uns. Sie kennt weder Perfektion noch Vergleich. Sie erinnert uns still daran, dass alles seinen eigenen Rhythmus besitzt und dass Wachstum selten sichtbar beginnt.
Diese Erfahrung begleitet mich bis heute.
Lange bevor ich Pflanzen nach Hildegard von Bingen kennenlernte, bevor ich mich mit Astrologie beschäftigte, schamanische Wege ging oder mich intensiv mit dem Menschen und seiner Ganzheit auseinandersetzte, war die Natur bereits meine erste Lehrerin. Sie zeigte mir, dass kein Baum daran zweifelt, ob er zur richtigen Zeit wächst. Dass der Holunder nicht versucht, wie der Lavendel zu blühen, und dass das Rotkehlchen niemals den Ruf des Raben übernehmen möchte.
Alles folgt seiner eigenen Natur. Vielleicht haben wir Menschen nur vergessen, dass auch wir Teil dieser Ordnung sind.
Mit den Jahren kamen Wissen, Ausbildungen und Erfahrungen hinzu. Ich durfte viele unterschiedliche Wege kennenlernen und jeder von ihnen schenkte mir einen neuen Blick auf das Leben. Doch keiner von ihnen wurde jemals zu einer endgültigen Wahrheit. Vielmehr begann ich zu erkennen, dass jede Perspektive wie eine Pflanze in einem großen Garten ist. Erst gemeinsam entsteht daraus ein lebendiges Ganzes.
Deshalb trenne ich heute nicht zwischen Pflanzenwissen, Astrologie, schamanischer Arbeit, Meditation oder moderner Selbstführung. Für mich erzählen sie alle dieselbe Geschichte – jede in ihrer ganz eigenen Sprache.
Es ist die Geschichte eines Menschen, der sich erinnert, wer er in Wahrheit ist.
Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb Raven Herbs entstanden ist.
Keineswegs aus dem Wunsch heraus, eine Marke zu gründen und bestimmt nicht, weil ich etwas verkaufen wollte. Sondern weil ich einem Gefühl einen Ort schenken musste.
Über viele Jahre durfte ich erleben, wie sehr sich das Leben verändern kann, wenn ein Mensch aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen. Wenn er beginnt, der eigenen Wahrnehmung wieder zu vertrauen. Wenn aus Selbstzweifeln langsam Selbstachtung wächst und aus Anpassung Schritt für Schritt ein Leben entsteht, das sich wieder nach dem eigenen anfühlt.
Diese Erfahrungen möchte ich unbedingt weitergeben.
Es sind keine vorgefertigten Antworten, keine Versprechen, es ist eine Einladung.
Ich wünsche mir Begegnungen, in denen Menschen sich nicht erklären oder beweisen müssen.
Räume, in denen Stille ebenso willkommen ist wie Tränen, Lachen oder Zweifel.
Räume, in denen niemand bewertet wird und in denen Veränderung nicht aus Druck entsteht, sondern aus einem tiefen Erinnern.
Denn ich glaube, dass jeder Mensch bereits alles Wesentliche in sich trägt.
Manchmal braucht es nur einen geschützten Ort und einen Menschen, der eine Zeit lang an unserer Seite geht, bis wir den Mut finden, unserer eigenen Stimme wieder zuzuhören.
Wenn ich heute auf Raven Herbs schaue, sehe ich einen Weg.
Einen Weg, auf dem Bücher entstehen dürfen, die Mut machen. Kartendecks, die Menschen durch ihre Übergänge begleiten. Pflanzen, deren Wissen über Generationen weitergegeben wurde. Gespräche, die lange nachhallen. Rituale, die uns mit der Natur und mit uns selbst verbinden und irgendwann vielleicht einen Ort in (wird noch nicht verraten ,-)), an dem all das zusammenfindet – zwischen Kräutergärten, selbst gebackenem Brot, Kerzenlicht und Menschen, die sich für einen Moment daran erinnern dürfen, dass sie nie verloren waren.
Vielleicht führt dein Weg nur für einen kurzen Augenblick hierher oder wir bleiben ein Stück länger gemeinsam unterwegs.
Beides ist willkommen.
Denn jede Begegnung beginnt auf dieselbe Weise.
Mit einem ersten Schritt und manchmal besteht dieser erste Schritt einfach darin, wieder der leisen Stimme zu lauschen, die nie aufgehört hat, in uns zu sprechen.



