Das Journal | Pflanzenwissen, Astrologie & Selbstführ

Waldjournal

Manche Gedanken entstehen nicht am Schreibtisch. Sie wachsen zwischen Bäumen, am Küchentisch mit einer dampfenden Tasse Tee oder während eines stillen Morgens, wenn die Welt für einen Augenblick innehält. 

 

Dieses Journal ist eine Sammlung solcher Gedanken. Manche erzählen von Pflanzen, manche von den Sternen, manche von meinem eigenen Weg. 

 

Sie alle verbindet die Hoffnung, dass sie dich ein kleines Stück auf deinem eigenen begleiten dürfen.

Zwischen Neumond und Sommersonnenwende

– Vielleicht geht es um den nächsten Schritt

In den letzten Tagen bin ich immer wieder auf Beiträge gestoßen, die davon sprechen, dass dieser Neumond die nächsten 19 Jahre unseres Lebens prägen soll.

Und ich gebe zu: Ich musste schmunzeln.

Nicht weil ich Rituale, Intentionen oder bewusste Neuanfänge ablehne, ganz im Gegenteil.

Ich glaube daran, dass es kraftvoll sein kann, innezuhalten, hinzuspüren und sich bewusst auszurichten.

Was mich nachdenklich gemacht hat, war etwas anderes.

Die Vorstellung, heute festlegen zu müssen, wer ich in den nächsten Jahren sein werde.

Denn wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann dies:

Die größten Veränderungen entstehen selten an einem einzigen Tag.

Sie entstehen durch Entscheidungen, die wir immer wieder treffen.

Durch Erfahrungen.

Durch Begegnungen.

Durch Umwege.

Durch Herausforderungen.

Durch das Leben selbst.

Vor zehn Jahren war ich nicht die Frau, die ich heute bin und ich hoffe, dass ich in zehn Jahren wieder anders sein werde als heute.

Nicht, weil mit mir etwas nicht stimmt, sondern weil Wachstum bedeutet, sich weiterzuentwickeln und zu lernen.

Sich selbst immer wieder neu kennenzulernen.

Ja, ich kann heute sagen, dass ich mutiger werden möchte.

Klarer. Selbstbewusster. Freier.

Doch wer ich in einigen Jahren sein werde, kann ich heute noch gar nicht vollständig wissen und genau das empfinde ich als etwas Schönes.

Vielleicht geht es deshalb gar nicht darum, die nächsten 19 Jahre zu manifestieren.

Wahrscheinlich geht es darum, dem Menschen zu vertrauen, der wir Schritt für Schritt werden.

Vielleicht geht es darum, heute die nächste Entscheidung zu treffen, nicht für das ganze Leben, sondern für den nächsten Abschnitt des Weges.

Früher habe ich oft nach Antworten gesucht.

Nach Zeichen, dem richtigen Zeitpunkt und nach der Gewissheit, dass eine Entscheidung die richtige sein würde.

Ich wollte wissen, ob etwas funktionieren wird, bevor ich den ersten Schritt gehe.

Heute glaube ich, dass viele Antworten erst auf dem Weg entstehen und zwar nicht bevor wir losgehen, sondern während wir gehen.

Denn eine Idee bleibt eine Idee, solange sie nur in unserem Kopf existiert.

Egal wie lange wir darüber nachdenken.

Egal wie oft wir sie durchspielen.

Egal wie sehr wir uns wünschen, dass sie Wirklichkeit wird.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem wir beginnen müssen, sie zu leben.

Vielleicht unvollkommen, mit Zweifeln und ohne zu wissen, wohin alles führt, aber erst dann kann etwas wachsen.

Womöglich ist genau das der Unterschied zwischen einem Wunsch und einem Weg.

Der Wunsch bleibt in unseren Gedanken.

Der Weg beginnt mit einem Schritt.

Oft verändert dieser erste Schritt mehr als jahrelanges Grübeln.

Zwischen dem Neumond und der Sommersonnenwende liegt für mich eine besondere Zeit.

Eine Schwelle. Ein Übergang.

Nicht, weil der Himmel über unser Schicksal entscheidet, sondern weil Übergänge uns oft dazu einladen, bewusst hinzuschauen.

Eventuell spürst du selbst gerade, dass etwas in Bewegung geraten ist.

Nicht unbedingt laut, aber vielleicht eher leise.

Wie ein Gedanke, der immer wieder auftaucht.

Eine Idee, die dich nicht loslässt.

Ein Wunsch, der schon länger in dir lebt oder die Ahnung, dass ein Kapitel langsam zu Ende geht.

Solche Momente lassen sich oft schwer erklären und doch wissen wir tief in uns, wenn etwas bereit ist, gesehen zu werden.

Vielleicht kennen wir diese Bewegung auch aus unserem eigenen Leben.

Wir alle tragen Wünsche in uns, Ideen und Sehnsüchte.

Manche schon seit Jahren und oft warten wir auf den richtigen Moment.

Auf mehr Klarheit und Sicherheit oder ein Zeichen.

Doch das Leben zeigt uns selten den gesamten Weg.

Meist sehen wir nur den nächsten Schritt und vielleicht liegt genau darin die Einladung dieser Zeit.

Nicht alles wissen zu müssen.

Nicht die Zukunft kontrollieren zu wollen.

Nicht festzulegen, wer wir in vielen Jahren sein werden.

Wahrzunehmen, was heute bereits in uns lebendig ist.

Was möchte wachsen? 

Was fühlt sich nicht mehr stimmig an? 

Welche Entscheidung kenne ich längst, gehe sie aber noch nicht? 

Diese Fragen haben oft mehr Kraft als jede Vorhersage.

Nicht weil sie sofort alles verändern, sondern weil jede Veränderung mit einer ehrlichen Begegnung beginnt.

Mit uns selbst.

Deshalb geht es nicht darum, die nächsten 19 Jahre zu manifestieren.

Es geht darum, dem nächsten Schritt zu vertrauen.

Dem nächsten Gespräch oder der nächsten Entscheidung oder dem nächsten mutigen Ja.

Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, nicht irgendwann und nicht, wenn alles klar ist.

Sondern genau jetzt.

Ein kleines Ritual für diese Zeit

Wenn du magst, nimm dir in den kommenden Tagen einen Moment nur für dich.

Zünde eine Kerze an.

Setze dich mit einer Tasse Tee oder Kakao nach draußen oder an einen Ort, an dem du zur Ruhe kommst.

Nimm dein Journal oder ein Blatt Papier zur Hand.

Atme einige Male bewusst ein und aus.

Und dann frage dich:

-> Was möchte in meinem Leben wachsen?

-> Was fühlt sich nicht mehr stimmig an?

-> Welche Entscheidung kenne ich längst?

-> Was möchte durch mich in den kommenden Monaten mehr gelebt werden?

Schreibe alles auf, was auftaucht.

Ohne zu bewerten und ohne es sofort lösen zu müssen.

Manchmal beginnt der Weg genau dort, wo wir aufhören, nach Gewissheit zu suchen und beginnen zuzuhören.

💫Vielleicht geht es nicht um die nächsten 19 Jahre.💫

💫Vielleicht geht es um den nächsten Schritt.💫

- Stefanie 🤍

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